Duft-Lauch
Allium suaveolens – Amaryllidaceae
Allium suaveolens – Die Blüten duften angenehm süßlich. © Mrkvicka
Allium suaveolens – Die blass-purpurrosa gefärbten Blüten des Duft-Lauchs. © Botanischer Garten IBK
Der Duft-Lauch ist eine seltene Lauch-Art mit zarten Blüten. In Österreich schrumpfen seine Bestände durch intensive Landwirtschaft und Bebauung. Der Botanische Garten der Universität Innsbruck kümmert sich um die Nachzucht dieser bedrohten Pflanze.
Aussehen und Standortansprüche
Der Duft-Lauch ist eine krautige, mehrjährige Zwiebelpflanze, die bis zu 50 cm hoch werden kann. Seine Blüten sind blass-purpurrosa gefärbt, die Blütezeit reicht von August bis September. Ein typisches Merkmal, das den Duft-Lauch vom an ähnlichen Standorten vorkommenden Kanten-Lauch unterscheidet, sind die aus der Blütenhülle ragenden Staubblätter. Die Blüten duften angenehm – daher der Name Duft-Lauch. Sein bevorzugter Lebensraum sind Niedermoore.
Verbreitung
Der Duft-Lauch ist eine Art mit mitteleuropäischer Verbreitung. In Österreich kommt er in Vorarlberg (im Rhein- und Walgau), in Nordtirol (nur ein Standort im Inntal!) und im südlichen Pannonikum vor.
Gefährdung und Schutz
Die Art wird in der Roten Liste Österreich als stark gefährdet ("Endangered") geführt. In Nord-Tirol ist die Situation noch kritischer: Hier gilt der Duft-Lauch als vom Aussterben bedroht ("Critically Endangered"). Primäre Gefährdungsursache ist der Lebensraumverlust durch Drainage, Düngung und/oder Aufforstung von Niedermoorstandorten. Botanische Gärten können durch Ex-situ-Kulturen zum Erhalt der Art beitragen und durch Wiederauspflanzung das Überleben der Populationen vor Ort unterstützen.
Besonderheiten
Niedermoore binden Kohlendioxid und tragen zum Klimaschutz bei. Sie bieten Lebensraum für gefährdete Arten, speichern Wasser wie ein Schwamm, puffern Witterungsextreme ab und filtern Wasser, das sauber ins Grundwasser gelangt. Nur ein gesundes Niedermoor funktioniert gut, doch es wird durch Faktoren wie Entwässerung, Nährstoffeinträge, Beschattung durch Verbuschung, Überbeweidung, Trittschäden und zu frühe Mahd-Termine geschädigt.