Hartman-Segge
Carex hartmaniorum – Cyperaceae
Carex hartmaniorium – Die Hartmann-Segge fühlt sich in feuchten Lebensräumen wohl. © Pagitz
Carex hartmaniorium – Die Hartmann-Segge fühlt sich in feuchten Lebensräumen wohl. © Pagitz
Die Hartman-Segge ist an spezielle Lebensbedingungen angepasst und spielt eine Schlüsselrolle im Ökosystem feuchter Landschaften. Der Botanische Garten der Universität Innsbruck kümmert sich um die Nachzucht dieser bedrohten Art.
Aussehen und Standortansprüche
Die Hartman-Segge ist ein ausdauerndes, dunkelgrün gefärbtes Sauergras mit bis zu 70 cm Höhe. Der Blütenstand wird vom Tragblatt der untersten weiblichen Ähre meist nicht überragt und besteht im unteren Teil aus weiblichen Ähren, die von unten nach oben kleiner werden. An der Spitze befindet sich eine gemischtgeschlechtliche Ähre, die unten männliche und oben weibliche Blüten enthält. Die Art kommt auf nassen Wiesen, Pfeifengraswiesen, an Bachufern und in Niedermooren vor, bevorzugt an eher sauren Standorten.
Verbreitung
Die Gesamtverbreitung der Art umfasst die gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel von Europa bis Zentralasien. In Österreich kommt bzw. kam sie in allen Bundesländern bis auf Wien vor.
Gefährdung und Schutz
Die Art wird in der Roten Liste Österreichs als stark gefährdet ("Endangered") eingestuft. In einzelnen Regionen wie dem nördlichen Alpenvorland ist sie vom Aussterben bedroht ("Critically Endangered") bzw. in Vorarlberg und dem Burgenland vermutlich bereits ausgestorben. Auch in Nachbarländern wie Deutschland oder der Schweiz gilt die Art als stark gefährdet. Der Hauptgrund für die Gefährdung ist der Verlust von Lebensräumen durch die Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung, besonders durch verstärkten Einsatz von Düngemitteln, ungünstigen Zeitpunkten für die Mahd und Entwässerungsmaßnahmen, die die natürlichen Bedingungen verändern. Aber auch Auflassung der Nutzung und damit verbundene Verbuschung oder das Aufkommen von Neophyten stellen ein Risiko dar. Botanische Gärten können durch Ex-situ-Kulturen zum Erhalt der Art beitragen und durch Wiederauspflanzung das Überleben der Populationen vor Ort unterstützen.
Besonderheiten
In alten Floren fehlen oft Angaben zur Hartman-Segge, da sie unter der Buxbaum-Segge (Carex buxbaumii) subsummiert wurde.