Frühlings-Lichtblume

Colchicum bulbocodium subsp. bulbocodium – Colchicaceae

Colchicum bulbocodium – Die Frühlings-Lichtblume blüht schon im zeitigen Frühjahr. © Eberwein

Colchicum bulbocodium – Die Frucht ist eine Kapsel. © Eberwein

Die Frühlings-Lichtblume ist in Österreich aufgrund ihrer Seltenheit stark gefährdet. Ihr einziges Vorkommen liegt in Kärnten. Der Botanische Garten des Landesmuseums für Kärnten setzt sich für den Erhalt der Art ein.

Aussehen und Standortansprüche

Die Frühlings-Lichtblume ist eine mehrjährige Zwiebelpflanze, die bis zu 20 cm hoch werden kann. Im Gegensatz zur nahe verwandten Herbstzeitlose erscheinen bei der Frühlings-Lichtblume die Blätter zusammen mit den Blüten im frühen Frühling. Die Blüten sind purpurrot (selten weiß), die Blütezeit beginnt manchmal schon im Jänner, meist aber blüht die Art von Februar bis März. Beim österreichweit einzigen Standort handelt es sich um grasige Felsbänder bzw. Feinerde-reiche Stellen einer Süd-exponierten Felswand.

Verbreitung

Die Frühlings-Lichtblume gibt es nur in Europa – und in Österreich nur in Kärnten. Vorkommen außerhalb Österreichs liegen in den Westalpen und in den Pyrenäen.

Gefährdung und Schutz

Die Art wird in der Roten Liste Österreichs als stark gefährdet ("Endangered") geführt, da sie sehr selten ist. Ein Rückgang des individuenarmen Bestandes wird derzeit nicht beobachtet, aber das Risiko eines Rückgangs besteht. Als Erhaltungsmaßnahme werden im schwer zugänglichen Bestand im steilen Gelände Jungpflanzen ausgebracht, deren Anzucht im Botanischen Garten des Landesmuseums für Kärnten erfolgt. Der Bestand soll zudem mit einem Zaun gesichert werden.

Besonderheiten

Entdeckt wurde das Kärntner Vorkommen von einem Villacher Schüler am 15. Februar 1911. Der Fundort wurde vom Naturschutzbund Kärnten erworben und ist als Naturdenkmal ausgewiesen.

Über das Trennen oder Zusammenfassen der Gattungen Bulbocodium und Colchicum (zu Colchicum) gibt es unterschiedliche Auffassungen. Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal im Aufbau der Blüte spricht für das Trennen der beiden Gattungen.