Xanthorrhoea glauca subsp. glauca – Grasbaum

Xanthorrhoea subsp. – unreifer Blütenstand im Wachstum. © BGUW_R. Hromniak

Xanthorrhoea glauca subsp. glauca © BGUW

Xanthorrhoea glauca subsp. glauca – Die Ähre des Blütenstands trägt hunderte bis tausende kleine weiße Blüten. © BGUW

Xanthorrhoea glauca subsp. glauca – Die fadenförmigen Hochblätter sind wichtige Bestimmungsmerkmale. © BGUW

Xanthorrhoea glauca subsp. glauca – Zur Bestimmung war die Hilfe eines Traktors nötig © BGUW

Standort im Garten: Eingangsbereich

Erstmals im Mai 2019 blüht ein Grasbaum im Botanischen Garten.

Anhand der Blütenmerkmale konnte die Pflanze endlich bestimmt werden. Es handelt sich um Xanthorrhoea glauca subsp. glauca, die im Osten Australiens vorkommt.

Die Bestimmung unseres Grasbaums

Der Grasbaum steht seit Jahrzehnten im Botanischen Garten, hat aber noch nie geblüht. Mangels Blüte konnte nicht bestimmt werden, um welche der 28 Grasbaum-Arten es sich handelt. Mitte April 2019 hat sich die erste Knospe geöffnet und der Grasbaum sein Geheimnis preisgegeben: Es handelt sich um Xanthorrhoea glauca, genauer um die Unterart (Subspezies) X. glauca glauca, die entlang der Ostküste Australiens verbreitet ist. Es gibt auch noch eine zweite Unterart: X. glauca subsp. angustifolia.
X. glauca wurde erst 1986 als eigene Art anerkannt. Davor wurde sie zur Art X. australis gezählt. Kennzeichnend für X. glauca ist unter anderem das Verhältnis von Schaft zu Ähre des Blütenstands – die Ähre ist deutlich länger. Bei unserer Pflan­ze ist der (hinter den Blättern versteckte) blütenlose Schaft 66 cm lang, die blütentragende Ähre misst hingegen 170 cm. Weiters ausschlaggebend für die Bestimmung sind die fadenförmigen Hochblätter der Blütenbüschel, die über die gesamte Ähre verteilt sind. Auch die grau-grünliche Farbe der Blätter ist ein wichtiges Bestimmungsmerkmal Sie gibt dem Grasbaum seinen Namen: Xanthorrhoea glauca bedeutet „Graug­rüner Grasbaum“.

Vorkommen und Ökologie von Grasbäumen

Grasbäume aus der Familie der Xanthorrhoeaceae gibt es nur auf dem australischen Kontinent. Grasbäume wachsen in der Regel ausgesprochen langsam, dafür können sie sehr alt werden. Die ältesten Exemplare werden auf bis zu 450 Jahre geschätzt.
Grasbäume sind feuer-tolerant, manche Arten brauchen Feuer sogar als Stimulans, um überhaupt Blütenstände auszubilden. Manche Grasbaum-Arten scheinen stammlos zu sein, ihr Stamm mit der Vegetationsknospe liegt aber unterirdisch und ist so vor Feuer geschützt.

Herkunft des Grasbaums im Botanischen Garten

Über die Herkunft des Grasbaums im Botanischen Garten kann derzeit nur spekuliert werden. Sicher ist, dass die Pflanze sehr alt sind. Das lässt sich aus der Größe der Pflanze bzw. der Mächtigkeit des Stamms schließen.
Schon aus 1842 liegt ein katalogisierter Bestand der Pflanzen des Botanischen Gartens vor, in dem die Gattung Xanthorrhoea aufgeführt ist. In einem Verzeichnis der Gewächshauspflanzen von 1879 sind vier Grasbäume erwähnt.
Womöglich kam unser Grasbaum mit einer Sendung nach Wien, die der Botaniker Baron von Müller in dieser Zeit nach Wien hat schicken lassen. Müller war ab 1853 als Botaniker von der Regierung der ­Kolonie Victoria angestellt.

Infoblätter zu dieser Pflanze